Raubüberfälle auf Taxifahrerinnen und Taxifahrer gehören leider weiterhin zur Tagesordnung

Der Beruf des Taxi- und Mietwagenfahrers gehört aufgrund seiner langen Arbeitszeit, aber auch wegen der mit dem ständig steigenden Individualverkehr in den Großstädten zwangsläufig verbundenen Hektik zu einem der anstrengendsten Berufe der heutigen Zeit. Leider gehört er auch zu einem der gefährlichsten, Raubüberfälle auf Taxifahrerinnen und Taxifahrer gehören weiterhin zur Tagesordnung.

Überfallstatistik von 1985 bis 2011

ÜberfälleVerletzteTote
19852532
19863653
19872904
19882761
19892615
19902603
19913234
19923614
19933842
19943896
199533710
19963024
19972082
19983057
19992983
20004355
20014125
20023853
20034980
20044651
20053253
20064191
20074602
20082620
20092591
20102352
20112611

So wurden 2011 wieder 261 Kolleginnen und Kollegen bei Überfällen und Tätlichkeiten verletzt, 1 Kollege wurde brutal überfallen und verstarb einige Tage später. 2010 wurden ein Kollege und eine Kollegin von Verbrecherhand getötet, 235 Taxifahrer und Taxifahrerinnen verletzt.  

Auch wenn damit seit 2008 ein Rückgang der Verletztenzahlen verzeichnet werden kann, wäre eine Entwarnung bei der Sicherheitslage voreilig: Seit 1985 wurden 84 Taxifahrer und Taxifahrerinnen ermordet und über 9.000 bei Überfällen und Tätlichkeiten verletzt. Praktisch fast täglich wird ein Taxifahrer in Deutschland auch körperlich Opfer eines Überfalls.

Die hohe Zahl der ermordeten sowie bei Überfällen verletzten Taxifahrer und Taxifahrerinnen zeigt vor allem, dass die intensiven Anstrengungen zur Verbesserung der Sicherheitslage im Taxi fortgesetzt werden müssen. Blinkende Dachzeichen, diverse Verbesserungen in den Taxiausstattungen der Fahrzeughersteller, aber auch Videoüberwachungen sind solche Entwicklungen, zu denen die Unternehmen inzwischen greifen können.
Absolute Sicherheit im Taxi wird aber wohl Illusion bleiben. Viele gutgemeinte und ambitionierte Vorschläge wie z.B. die schusssichere Trennscheibe im Fahrzeuginnenraum fanden weder bei Taxifahrern noch der Kundschaft Akzeptanz. Der Schlüssel zur größtmöglichen Sicherheit im Taxi liegt nach allen Erfahrungen in Prävention und den Vorzügen moderner Sicherheitstechnik, die vor wenigen Jahren noch kaum denkbar erschienen.

Neuen Auftrieb bekommen die nach Ansicht des BZP optimalen, flächendeckend funktionierenden Ortungssysteme auch durch den aktuellen Trend zu vollautomatischen Vermittlungszentralen auf GPS-Ortungs-Basis kombiniert mit GPRS-Datenfunk. Durch den nicht nur bundesweit, sondern auch länderübergreifend funktionierenden GPRS-Standard in den Mobilfunknetzen steht ein flächendeckendes Medium für zeitgemäße Alarmsysteme zur Verfügung, die bei entsprechender Zentralenausrüstung mit relativ geringem Aufwand und vertretbaren Kosten installiert werden können.

Die Ausrüstung praktisch der gesamten Bremer Taxiflotte mit Überfallschutzkameras hat gezeigt, dass diese enorme präventive Wirkung haben. In kurzer Zeit fiel die Anzahl der Überfälle auf einen Bruchteil der früheren Werte. Einer flächendeckenden Ausrüstung in der Bundesrepublik stehen derzeit leider – teilweise nicht nachvollziehbare – Bedenken der Landesdatenschutzbeauftragen entgegen. 

Der BZP wird auch künftig mit seinen Ausschüssen jeder neuen Idee zur Verbesserung der Sicherheit aufgeschlossen gegenüberstehen und tatkräftig an der generellen Verbesserung der Sicherheitslage arbeiten. Es gibt also gute Ansätze, andererseits ist niemand so vermessen zu glauben, dass es einen absoluten Schutz geben kann und wird. Überfälle werden leider auch in der Zukunft nicht zu verhindern sein, deren Anzahl zu verringern ist aber ein realistischer und chancenreicher Ansatz.

Im Jahre 1991 führten Vorstand und Aufsichtsrat der Taxi Auto Zentrale Stuttgart e.G. die TAXIstiftung Deutschland ein, deren Aufgabe es ist, unschuldig in Not geratenen Opfern von Gewaltverbrechen aus dem Taxi- und Mietwagengewerbe zu helfen und deren finanzielle Not zu lindern. Großen Auftrieb erhielt die Stiftungstätigkeit durch den Beitritt des Bundesverbandes im Jahre 1993. Im Zusammenwirken mit den Stuttgarter Kollegen wurde auch die Sitzverlegung der TAXIstiftung Deutschland von Stuttgart nach Frankfurt am Main zur Geschäftsstelle des BZP beschlossen. Der Vorstand der Stiftung setzt sich zusammen aus den jeweils 3 gewählten Präsidiumsmitgliedern und dem Geschäftsführer des BZP sowie den 3 Mitgliedern des Vorstandes der Taxi Auto Zentrale Stuttgart e.G.

Im Jahr 2011 gelang es, auf den Konten der Taxistiftung 14.081,30 € aus Spenden und betrieblichen Geldbußen gutzuschreiben. Für satzungsgemäße Zwecke – also die Betreuung von Taxifahrerinnen und Taxifahrern sowie deren Familienangehörige durch Gewährung von Geldleistungen – wurden 2011 in 5 Fällen insgesamt 10.000 € als Unterstützungsgelder ausgegeben. Insgesamt leistete die Taxistiftung in den zwanzig Jahren ihres Bestehens bis Ende 2011 597.048,95 € an Hilfszuwendungen.

So spendete die Daimler AG der Stiftung wie in den Vorjahren 2.500 €, von der Grazer Firma fms Datenfunk GmbH gingen wieder 1.000 € auf das Konto der Stiftung ein. Der Oldenburger Unternehmer Jörg Hatscher – Inhaber der Intax GmbH – feierte seinen 50. Geburtstag, aus diesem Anlass wurden 2.500 € gespendet. Aus Bad Tölz wurden 555 € von dem eng mit dem Gewerbe verbundenen Autohaus Much 555 € überwiesen.
  
Auch Taxizentralen und Taxiunternehmer zeigen ungebrochene Solidarität. Die Taxigenossenschaft Nürnberg überwies 1.700 € und die Taxi Zentrale Wuppertal 871,21 €, Taxi Garven aus München spendete 300 €. Der Verband des privaten gewerblichen Straßenpersonenverkehrs Nordrhein-Westfalen VSPV e. V. aus Dortmund überwies 375 €, der Taxenbetrieb Michael Scholle aus Bad Kreuznach 250 €. 

Auch die Dauerspenden von Kollegen sollen hier erwähnt werden, so überwies der Stuttgarter Taxiunternehmer Bernd Geisbüsch wieder insgesamt 300 € und der Kollege Christoph Mensch aus Kempten (Allgäu) 120 €.

Wir bedanken uns natürlich auch bei allen hier nicht ausdrücklich erwähnten Spendern, die einen Beitrag für die überaus wichtige Arbeit der TAXIstiftung geleistet haben!

Wir hoffen, dass Sie uns niemals brauchen ...
... aber wir brauchen Sie!

TAXIstiftung Deutschland
Zeißelstraße 11
60318 Frankfurt/Main
Tel.: (0 69) 95 96 15-0

Frankfurter Volksbank e.G.
Konto-Nr. 373 311
BLZ 501 900 00

(Letztes Update 04.09.2012)